Teamplayer gefragt, Einzelkämpfer belohnt? Der Widerspruch im Arbeitsalltag - jobbasel.ch
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Teamplayer gefragt, Einzelkämpfer belohnt? Der Widerspruch im Arbeitsalltag

Veröffentlicht am 14.09.2026 von Henrik Jasek, Leiter Classifieds CH Media - Bildquelle: Getty Images
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Teamfähigkeit gehört zu den meistgenannten Anforderungen in Stelleninseraten. Unternehmen wünschen sich Mitarbeitende, die Wissen teilen, gemeinsam Lösungen entwickeln und andere unterstützen. Gleichzeitig werden beruflicher Erfolg und Leistung häufig individuell bewertet. Genau daraus kann ein Widerspruch entstehen.

Denn wer ausschliesslich auf die eigenen Ziele schaut, kann in manchen Unternehmen schneller sichtbar werden als jemand, der viel zum Erfolg des gesamten Teams beiträgt.

Teamfähigkeit ist keine einfache Eigenschaft

Die Einteilung in «Teamplayer» und «Einzelkämpfer» greift ohnehin zu kurz. Ob jemand gut im Team arbeitet, hängt auch von der Aufgabe, der Zusammensetzung der Gruppe und der Unternehmenskultur ab.

Manche Menschen entwickeln ihre besten Ideen zunächst alleine und arbeiten anschliessend hervorragend mit anderen zusammen. Andere benötigen den direkten Austausch, um produktiv zu sein. Beides kann für ein Team wertvoll sein.

Wenn Anreize Konkurrenz fördern

Problematisch wird es, wenn Unternehmen Zusammenarbeit fordern, gleichzeitig aber ausschliesslich individuelle Ergebnisse honorieren. Werden beispielsweise nur persönliche Verkaufszahlen, abgeschlossene Projekte oder andere Einzelziele belohnt, kann Konkurrenz zwischen Mitarbeitenden entstehen.

Das bedeutet nicht, dass individuelle Leistung keine Anerkennung verdient. Ein gutes Bewertungssystem sollte jedoch berücksichtigen, wie Ergebnisse zustande kommen. Wer Kolleginnen und Kollegen unterstützt, Wissen weitergibt oder entscheidend zum Funktionieren eines Teams beiträgt, schafft ebenfalls einen wichtigen Mehrwert.

Wissen teilen oder für sich behalten?

Besonders deutlich zeigt sich dieser Konflikt beim Informationsaustausch. Für eine gute Zusammenarbeit müssen Informationen zugänglich sein. Wer relevantes Wissen zurückhält, um sich einen persönlichen Vorteil zu verschaffen, erschwert die Arbeit anderer.

Gleichzeitig können Unternehmen dieses Verhalten unbeabsichtigt fördern. Wenn Wissen einen individuellen Wettbewerbsvorteil darstellt und hauptsächlich Einzelleistungen belohnt werden, entsteht wenig Anreiz, Erkenntnisse mit anderen zu teilen.

Gute Zusammenarbeit braucht die richtigen Rahmenbedingungen

Moderne Arbeitsformen machen Kooperation wichtiger denn je. Projekte verbinden unterschiedliche Fachbereiche, Teams arbeiten teilweise über Standorte hinweg und komplexe Aufgaben benötigen verschiedene Perspektiven.

Damit Zusammenarbeit funktioniert, reicht es deshalb nicht, «Teamfähigkeit» ins Stelleninserat zu schreiben. Unternehmen müssen Strukturen schaffen, in denen Kooperation tatsächlich erwünscht und anerkannt wird.

Fazit

Wer beruflich weiterkommen möchte, muss nicht zwischen Teamgeist und eigenen Ambitionen wählen. Gute Mitarbeitende können beides: Verantwortung für die eigene Leistung übernehmen und gleichzeitig zum Erfolg anderer beitragen.

Entscheidend ist eine Unternehmenskultur, die nicht nur sichtbare Einzelergebnisse honoriert, sondern auch erkennt, welchen Beitrag jemand für das gesamte Team leistet.