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Wie können Unternehmen der Altersarmut entgegenwirken?

Veröffentlicht am 28.03.2024 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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Mehr als 200.000 Menschen in der Schweiz sind von Altersarmut betroffen. Kein Wunder, dass das Thema Altersvorsorge für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Schweiz aktuell einen hohen Stellenwert einnimmt und Unternehmen mit guten Vorsorgeleistungen als Arbeitgeber besonders gefragt sind.
Vorsorgeleistungen in Zeiten des Fachkräftemangels

Eine sinnvolle finanzielle Vorsorge für das Alter hat für viele Menschen an Bedeutung gewonnen. Gut, dass viele Betriebe ihre Verantwortung darin sehen, ihr Personal dabei zu unterstützen, auch nach der Pensionierung nicht in die Altersarmut abzurutschen. Dies erfolgt nicht ganz uneigennützig: Schliesslich möchte man sich im Wettbewerb um gutes Personal in der ersten Reihe positionieren.

Allein ein attraktiver Lohn genügt nicht, um Jobsuchende auf sich aufmerksam zu machen und gut ausgebildete Fachkräfte langfristig an sich zu binden. Auch das Schlagwort gute Arbeitsbedingungen reicht heute bei weitem nicht aus. Sondern es gilt: Je durchdachter, flexibler und individueller die Vorsorgemodelle, desto attraktiver werden sie von den Arbeitnehmenden wahrgenommen.

Schliesslich hat ein Familienvater andere Bedürfnisse als eine junge Frau, die ihre erste Stelle antritt oder eine Fachkraft, die schon zwei Jahrzehnte im Berufsleben steht. Unternehmen sollten eine hohe Flexibilität bei Vorsorgemodellen anbieten und individuell unterschiedlich hohe Spargutschriften bei entsprechend tieferem Lohn ermöglichen. 

Mitarbeitende honorieren Vorsorgeinitiativen von Unternehmen 

Nicht nur für Jobsuchende, sondern auch für langjährige Mitarbeitende sollten individuelle Vorsorgekonzepte entwickelt werden. Es geht nämlich auch darum, gute Fachkräfte an sich zu binden und nicht an konkurrierende Unternehmen zu verlieren. Letztendlich kostet es einen Betrieb sehr viel mehr, neue Mitarbeitende zu werben als das bestehende Personal zu halten. Und hier zählt inzwischen neben einem guten Arbeitsklima, einem interessanten Aufgabenfeld und einem netten Team auch die Qualität der angebotenen Vorsorgeleistungen.

Auch wenn Betriebe verpflichtet sind, die Hälfte der Beiträge der Pensionskasse zu übernehmen, zahlen viele Unternehmen freiwillig einen höheren Satz - zum einen aus Wertschätzung für die Mitarbeitenden, zum anderen, weil es die Attraktivität eines Arbeitgebers erhöht und einen echten Wettbewerbsvorteil darstellt.

Kennzahlen der Pensionskasse sind ein wichtiges Kriterium

Wer sich über Vorsorgemodelle informiert, sollte auf die Kennzahlen der Pensionskasse achten - ob ein hoher Umwandlungssatz in Kombination mit einem niedrigen Zins oder ein höherer Zins mit einem tieferen Umwandlungssatz angeboten wird, hängt von den persönlichen Bedürfnissen und den Lebensumständen ab und sollte individuell geprüft werden. Eine Wahlfreiheit von Seiten des Unternehmens und eine kompetente Beratung sind hier natürlich von Vorteil.

Generell lässt sich feststellen, dass Vollversicherung zwar etwas höhere Verwaltungskosten aufweisen, doch dass man sich als versicherte Person damit auf der sicheren Seite bewegt - auch wenn die Renditechancen niedriger sind als bei einer teilautonomen Vorsorgelösung, bei der die Anlagerisiken etwas höher sind. Die Risiken bei der Wahl einer teilautonomen Versicherung sind jedoch überschaubar.

Die Gefahr einer Unterdeckung mit Zusatzbeiträgen ist recht gering. Letzten Endes spielen - neben den Wahlmöglichkeiten innerhalb des Betriebes - vor allem individuelle Präferenzen eine Rolle, für welche Art der Vorsorge man sich entscheidet. Allgemein sollte nicht vergessen werden (und auch bei einer Beratung von Mitarbeitenden erwähnt werden), dass Steuervorteile durch eingezahlte Beiträge die Altersvorsorge noch attraktiver machen.