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Sie werden am Arbeitsplatz gemobbt? Das können Sie tun!

Veröffentlicht am 26.01.2023 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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Wer einen Arbeitnehmer am Arbeitsplatz mobbt, verfolgt das Ziel, ihn zu schädigen und ihn in
letzter Konsequenz aus diesem Arbeitsverhältnis zu vertreiben. Doch wie äussert sich Mobbing am
Arbeitsplatz, welche Angriffsformen gibt es, und vor allem welche rechtlichen Möglichkeiten haben
Mobbingopfer? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie hier.
Erscheinungsformen von Mobbing am Arbeitsplatz

Die Mobbing-Methoden sind vielfältig und reichen von Angriffen auf die Qualität der beruflichen
Situation und die damit zusammenhängende Kommunikation über Angriffe auf die Persönlichkeit und
die Gesundheit des Betroffenen bis hin zu seiner Ausgrenzung.

Beispiele für Mobbing-Methoden:
  • Permanente Kritik an der Arbeitsweise
  • Zuteilen von Aufgaben, die weit unter dem Niveau des Betroffenen liegen oder die er im Rahmen der
  • vorgegebenen Zeit nicht schaffen kann
  • Zuweisen von sinnlosen oder gar keinen Aufgaben
  • Arbeitssabotage, zum Beispiel durch Löschen von Dateien
  • Zwang zu gesundheitsschädigenden Aufgaben
  • Ausgrenzen des Betroffenen durch Ignorieren oder durch räumliche Trennung von den Kollegen
  • Ständiges Unterbrechen in Gesprächen
  • Verbreiten von wahrheitswidrigen Behauptungen
  • Äussern von wahrheitswidrigen Verdächtigungen
  • Verbale Drohungen und Beschimpfungen
  • Den Betroffenen lächerlich machen
  • Den Geisteszustand des Betroffenen in Frage stellen
  • Tätlichkeiten in Form von körperlichen Misshandlungen oder sexuellen Übergriffen

Das ist lediglich eine Auswahl möglicher Mobbing-Methoden. Mobbt ein Vorgesetzter einen
Mitarbeiter, wird das als Bossing bezeichnet. Am häufigsten kommt Mobbing am Arbeitsplatz in
öffentlich rechtlichen Arbeitsverhältnissen vor, zum Beispiel in Spitälern, im Pflegebereich, in
Schulen und in der Verwaltung, während der Schwerpunkt in der Privatwirtschaft auf Banken und
Versicherungen liegt. Insoweit stellt sich die Frage nach den Ursachen von Mobbing.

Ursachen von Mobbing am Arbeitsplatz

Zu den häufigsten Ursachen von Mobbing am Arbeitsplatz gehören neben schlechten
Organisationsstrukturen ein hoher Konkurrenzdruck, Angst vor Stellenabbau sowie fehlende Regeln und
Grenzen. Das heisst, dass die Kompetenzbereiche nicht klar strukturiert und die Aufgabenverteilung
nicht eindeutig definiert sind. Fehlende Mitspracherechte seitens der Mitarbeiter, umständliche
Dienstwege und immer wieder unterschiedlich geartete Hindernisse auf dem Weg zu klaren
Entscheidungen und schnellem Handeln machen es Mobbern leicht, einmal ins Visier genommene Opfer zu Fall zu bringen.

Führungskräfte, die nicht führen wollen oder können, denen es an Konfliktfähigkeit fehlt oder die unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden, begünstigen diese vergiftete Atmosphäre. Mobbt der Vorgesetzte selbst oder entzieht er sich seiner Aufgabe als Führungskraft, sind Mobbing Tür und Tor geöffnet und Mobbing-Opfer nahezu hilflos ausgeliefert.

Auch wenn Mobbing gerne auf bestimmte Personengruppen begrenzt wird, so kann es doch jeden
treffen. Damit ist gemeint, dass vor allem solche Arbeitnehmer gemobbt werden, die durch bestimmte Merkmale auffallen, sei es durch eine besondere Qualifikation oder durch bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, durch die sie eine Sonderrolle einnehmen. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung sind es nicht die Schwachen, sondern die starken Menschen, deren blosse Existenz für Mobber schon zum Reizthema werden kann.

Sich gegen Mobbing wehren - rechtliche Möglichkeiten

Schwierig wird es, wenn der Vorgesetzte am Mobbing beteiligt oder sogar der Treiber ist. Er wäre
nämlich aufgrund seiner Fürsorgepflicht gegenüber Mitarbeitern dazu verpflichtet, die Interessen
des Arbeitnehmers zu wahren und ihn zu schützen. In manchen Unternehmen gibt es spezielle
Ombudspersonen, die Beschwerden entgegennehmen. Massgeblich für den Erfolg einer Beschwerde
beziehungsweise einer gerichtlichen Klage ist die Beweislage.

Das Mobbing-Opfer muss nachweisen können, dass es in seiner Persönlichkeit verletzt wurde, dass es Beleidigungen und Verleumdungen und vieles mehr gab. Das gelingt mithilfe eines Mobbing-Tagebuches, in das alle Mobbingattacken akribisch mit Datum, Ort und Uhrzeit notiert und mit entsprechenden Beweisen dokumentiert werden.