Pensionierung der Babyboomer bedroht den Arbeitsmarkt - was sind die Auswirkungen? - jobbasel.ch
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Pensionierung der Babyboomer bedroht den Arbeitsmarkt - was sind die Auswirkungen?

Veröffentlicht am 10.08.2023 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer stehen vor der Pensionierung. Es fallen sehr viele
qualifizierte Arbeitskräfte weg. Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt können gravierend sein, wenn keine Massnahmen erfolgen, die die Lücken schliessen. Jedes Jahr entstehen durch den Wegfall der Arbeitskräfte aus der Babyboomer-Generation 30.000 offene Stellen.
Wandel auf dem Arbeitsmarkt durch die Pensionierung der Babyboomer

Der Wandel auf dem Arbeitsmarkt hat bereits begonnen: Die Babyboomer, die in den 1960er Jahren geboren wurden, gehen auf ihre Pensionierung zu. Die Schweiz erlebt, wie viele andere europäische Länder, einen demografischen Wandel. Viele Menschen verlassen das Arbeitsleben, deutlich weniger kommen nach.

Der Mangel an Arbeitskräften, der durch die Pensionierung der Babyboomer entsteht, wird von Experten auf etwa 30.000 im Jahr geschätzt. Dem stehen 300.000 Arbeitskräfte entgegen, die durch verschiedene Massnahmen gewonnen werden könnten. Die Politik ist gefragt, da andernfalls der Wohlstand in der Schweiz stark bedroht werden könnte.

Fehlende Arbeitskräfte als Bremse für den Wohlstand

Fehlende Arbeitskräfte sind eine Bremse für den Wohlstand, den sich die Schweiz nicht leisten
kann. Schon jetzt gibt es in verschiedenen Bereichen einen Fachkräftemangel, der teilweise nur mit Fachkräften aus dem Ausland kompensiert werden kann. Dies verläuft in vielen Arbeitsbereichen positiv.

Allerdings steuert die SVP der Zuwanderung entgegen: Im Rahmen einer Nachhaltigkeitsinitivative möchte die Partei die Einwohnerzahl in der Schweiz bis zum Jahre 2050 auf zehn Millionen begrenzen. Dieser Plan steht einer Zuwanderung zur Kompensierung des Fachkräftemangels entgegen. Andere Massnahmen sollen helfen, die fehlenden Arbeitskräfte zu gewinnen.

Ausbau von Betreuungsmöglichkeiten

Junge Eltern wünschen sich, neben der Erziehung der Kinder eine Beschäftigung aufnehmen zu
können. Dies ist aufgrund fehlender Plätze in Kitas und Ganztagsschulen nicht immer möglich. Ein
Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten kann dafür sorgen, dass junge Eltern die Option haben, eine
Vollzeitstelle anzunehmen. Dies würde den Arbeitsmarkt nachhaltig beleben. Nicht jeder Politiker
ist dafür: Von einigen Stellen wird ein moderater Ausbau gefordert. Dennoch ist die Gewinnung von Eltern auf dem Arbeitsmarkt eine Option, die Lücke, die die Babyboomer hinterlassen, zu schliessen.

Abschaffung der Heiratsstrafe

Junge, verheiratete und gut ausgebildete Fachkräfte entscheiden sich häufig für die Reduzierung ihrer Arbeitszeit. Grund dafür ist die sogenannte Heiratsstrafe. Doppelverdiener mit einem sehr guten Einkommen zahlen nach der Hochzeit höhere Steuern als Paare, die nicht verheiratet sind. Um Steuern zu sparen, entscheiden sich die Paare für mehr Freizeit. Sie fehlen auf dem Arbeitsmarkt. Aus diesem Grund ist eine Abschaffung der Heiratsstrafe im Gespräch.

Pensionäre dürfen weiterarbeiten

Die Belebung des Arbeitsmarktes kann auch dann gelingen, wenn Pensionäre die Möglichkeit haben, nach dem Eintritt in das Rentenalter weiterzuarbeiten. Politiker wollen künftig diese Option schaffen. Mit all diesen Massnahmen kann ein Zuwachs von bis zu 300.000 Beschäftigten erreicht werden.

Eine starke Wirtschaft braucht Arbeitskräfte

Eine starke Wirtschaft kann nur florieren, wenn ausreichend Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Der demografische Wandel ist in der Schweiz lange angekommen. Jetzt gilt es, durch gezielte Massnahmen negative Folgen für die Wirtschaft zu reduzieren. Nur wenn das gelingt, kann der Wohlstand in der Schweiz erhalten werden.