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Personal händeringend gesucht: Welche Branchen sind am meisten betroffen?

Veröffentlicht am 14.07.2022 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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Der Arbeitskräftemangel zieht sich in der Schweiz durch alle Branchen mit dem Ergebnis, dass es so
viele offene Stellen wie noch nie gibt. Viele Firmen suchen händeringend nach Personal. Das
Bundesamt für Statistik (BfS) zählte Ende Mai 2022 rund 114´000 offene Stellen im Vergleich zu
Anfang 2021, wo rund 43´000 Stellen weniger vakant waren. Welche Branchen besonders vom
Personalmangel betroffen sind - informieren Sie sich hier!
Vom Personalmangel besonders betroffene Branchen

Der Arbeitskräftemangel zieht sich durch sämtliche Branchen, doch einige sind besonders betroffen,
nämlich
  • Gastronomie und Beherbergungsbetriebe
  • IT-Branche
  • Maschinenbau
  • Verarbeitendes Gewerbe sowie
  • Gesundheits- und Sozialwesen.

1. Gastronomie und Beherbergungsbetriebe

Eigentlich können Restaurants und Hotels aufatmen, denn die Geschäftslage hat sich Anfang 2022
nach den coronabedingten Massnahmen deutlich verbessert. Doch nun machen den Betrieben
Personalprobleme zu schaffen. Aktuell sind rund 10´600 Stellen nicht besetzt. Insoweit hat sich die
Zahl der offenen Stellen im ersten Quartal 2022 gegenüber dem Jahresende 2021 nahezu verdoppelt.
Tatsächlich kehrten viele Arbeitnehmer in Zeiten von Corona Gastonomie und Hotellerie den Rücken.
Zu schlecht sind die Verdienstmöglichkeiten sowie die Arbeitsbedingungen. Und das, obwohl Mitarbeiter lange Schichten leisten und bei personellen Ausfällen zeitnah einspringen müssen.

2. IT-Branche

Im ersten Quartal 2022 waren im Bereich Informationstechnologien rund 5´700 Stellen ausgeschrieben.
Das bedeutet, dass 4,3 Prozent aller in der IT-Branche vorhandenen Stellen unbesetzt sind. Tatsächlich kämpft diese Branche schon länger mit Personalmangel, was auch auf die fortschreitende Digitalisierung zurückzuführen ist. Ein weiterer Grund ist der in dieser männerdominierenden Branche vorherrschende Frauenmangel.

3. Maschinenbau

Im ersten Quartal 2022 waren in der Maschinenbau-Branche rund 3´000 Stellen ausgeschrieben,
sodass der prozentuale Anteil an offenen Stellen bei 3,6 Prozent liegt. Am grössten ist die Nachfrage nach Maschineningenieuren. Einerseits fehlen inländische Ingenieure. Andererseits ist der Mangel an Fachkräften teilweise hausgemacht. Es fehlt die Bereitschaft, Ingenieure einzuarbeiten, wenn sie
nicht den oftmals sehr speziellen Anforderungen entsprechen.

Auch im verarbeitenden Gewerbe fehlt Personal, wo im ersten Quartal 2022 rund 19´300 Stellen offen
waren. Gesucht werden insbesondere Lebensmittelproduzenten, Chemietechnologen, Automatiker und
Schreiner. Ähnlich sieht es im Gesundheits- und Sozialwesen aus, wo im ersten Quartal 2022 rund
15´900 Stellen zu besetzen waren.

Fazit
Natürlich versuchen die jeweiligen Branchen, dem Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken.
Gastronomie und Hotellerie haben zum Beispiel einen Aktionsplan gestartet, um wieder mehr Menschen für diese Branche zu begeistern. Gefordert werden ausserdem politische und wirtschaftliche
Massnahmen, um den Mangel an Personal zu stoppen und zu beheben. Tatsächlich werden
Unternehmen umdenken müssen. Das gilt vor allem für die Bezahlung und auch für die Wertschätzung der Mitarbeiter. Die Zeiten haben sich geändert, und die Unternehmen haben es noch immer nicht bemerkt.

Herrschte über viele Jahre ein Überangebot an Arbeitskräften, sodass sich Unternehmen die besten
Mitarbeiter abgreifen konnten, hat sich diese Situation ins Gegenteil verkehrt. Nun wird es allerhöchste Zeit, dass sich Unternehmen wieder mehr um Mitarbeiter und Personal bemühen.