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Muss man längere Krankheiten im Lebenslauf erwähnen?

Veröffentlicht am 09.02.2023 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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Lücken im Lebenslauf haben viele Menschen. Die Kunst ist, diese im Lebenslauf ehrlich zu benennen,
ohne potenzielle Arbeitgeber schon in der ersten Phase der Bewerbung zu verprellen.
Betonen Sie die positiven Aspekte Ihrer Biographie

Keine Karriere verläuft geradlinig. Kein Leben ist ohne Makel. Auch Personalentscheider wissen das.
Meist ist es also nicht sinnvoll und auch gar nicht notwendig, Ihren Lebenslauf derart zu beschönigen, dass längere Auszeiten durch Krankheit keinen Platz finden. Eine Umschreibung wie "Sabbatical" oder "berufliche Neuorientierung" wirft häufig mehr Fragen auf als die ehrliche Aussage, dass Ihr Leben durch eine Erkrankung zeitweilig zum Stillstand gekommen ist. Phasen des Leerlaufs, die länger als ein halbes Jahr dauern, sollten auf jeden Fall erwähnt werden.

Genaue Details zur Krankheit dürfen vom Arbeitgeber allerdings nicht erfragt werden. Es liegt also in
Ihrem Ermessen, ob Sie die Diagnose offenlegen oder lieber für sich behalten. Und was Sie auch
nicht vergessen sollten: Falls Sie die Krankheit vollständig überwunden haben, sollten Sie dies
auf jeden Fall erwähnen.

Falls Sie jedoch dauerhaft in Ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt sind, sollten Sie schon zu Beginn der Bewerbungsphase kritisch überlegen, welche Tätigkeiten für Sie sinnvoll sind. Denn sowohl Sie als auch Ihr Arbeitgeber haben das Ziel, eine Enttäuschung in der Probezeit möglichst zu vermeiden. Dies ist durch gegenseitige Offenheit und Authentizität am ehesten möglich.

Resilienz durch Krankheitskrisen

Eine lange Krankheit stellt typischerweise eine Lebenskrise dar. Wer eine Krise erfolgreich überstanden hat, hat meist eine innere Stärke erworben, die über einen langen Zeitraum anhält. Die Erfahrung, dass man eine schwierige Lebenssituation bewältigt hat, gibt vielen Menschen eine neue Dimension des Selbstvertrauens. Für Arbeitgeber ist es also lediglich interessant zu erfahren, ob man die Krankheit überwunden hat und voll einsatzfähig ist.

Alles andere hat ihn auch nicht zu interessieren - Sie sind gesetzlich darüber hinaus gar nicht verpflichtet, Details zu Ihren Krankheiten offen zu legen. Betonen Sie aber auf jeden Fall, dass eine längere Auszeit durch eine Erkrankung Sie in Ihrem neuen Job nicht beeinträchtigen wird und Sie Ihre neue Arbeitsstelle vollständig genesen antreten werden.

Rücken Sie den Krankheitsfall in Ihrem Lebenslauf in das richtige Licht 

Die Lücke durch Ihre Krankheit sollte auf jeden Fall nicht mehr Raum einnehmen als unbedingt erforderlich. Je souveräner sie mit dieser besonderen Phase in Ihrem Leben umgehen, desto geringer
ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen die Lücke in Ihrer Vita negativ ausgelegt wird. Wenn Sie bei
Ihren Bewerbungsunterlagen, und auch später im Interview, das Gefühl vermitteln, dass diese Krise
Sie gestärkt hat, steht einem Neustart Ihrer beruflichen Karriere nichts im Wege.

Vergessen Sie nicht: Es ist nicht Ihr Lebenslauf, der Sie zum Menschen macht, der Sie sind. Es ist Ihr Leben mit allen Höhen und Tiefen, das Sie einzigartig macht. Solange Sie offen sind für neue berufliche
Herausforderungen und bereit für neue Aufgaben, sollte eine Krankheit in der Vergangenheit Sie nicht vom nächsten Schritt in Ihrer beruflichen Karriere abhalten.