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Wie nutzen die Schweizer Bürger digitale Medien?

Veröffentlicht am 01.06.2023 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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Die Interessengemeinschaft elektronische Medien (IGEM) erhebt alljährlich im Rahmen einer Studie Daten zur Nutzung von elektronischen Medien und Geräten in der Schweiz. Seit 2014 und nun bereits zum neunten Mal ist die Studie IGEM-Digimonitor in Zusammenarbeit mit der WEMF AG für Werbemedienforschung mit Sitz in Zürich durchgeführt und veröffentlicht worden. Wie die Studienresultate der Mediennutzung von digitalen Plattformen, TV, Radio und sonstigen elektronischen Medien und Geräten im Jahr 2022 ausgefallen sind - informieren Sie sich hier.
Die Rahmenbedingungen der IGEM-Digimonitor 2022

Die Online- und Telefonbefragung fand in der Zeit von Anfang April bis Mitte Juni 2022 statt.
Befragt wurden Bürger ab einem Alter von 15 Jahren in der deutschsprachigen Schweiz und in der
Westschweiz, wobei auch Personen ohne Festnetzanschluss sowie Offliner interviewt wurden. Auch wenn die Digitalisierung in der Schweiz voranschreitet und trotz der digitalen Konkurrenz können sich die klassischen Medien wie Radio, TV und auch das Kino weiterhin in allen Altersgruppen behaupten. Was deutlich zugenommen hat, sind die Nutzung von Streamingdiensten sowie Online-Banking und digitale Bezahldienste. Davon profitieren insbesondere Netflix, Disney+, Twint und Spotify, die eine Vielzahl von neuen Nutzern gewinnen konnten.

IGEM-Digimonitor 2022: Die Resultate der Schweizer Mediennutzung

Doch welche Studienresultate hat der IGEM-Digimonitor im Einzelnen hervorgebracht?


1. Soziale Netzwerke
Social Media gewinnt gegenüber dem Vorjahr 150´000 bis 200´000 neue User hinzu. Das betrifft
insbesondere Instagram, TikTok und LinkedIn. Noch immer ist Facebook mit 2,8 Millionen Nutzern, was einem Bevölkerungsanteil von 44 Prozent entspricht, das am häufigsten genutzte soziale Netzwerk. Das gilt vor allem für Personen mit einem Durchschnittsalter von 44 Jahren, während sich die Jüngeren Instagram zuwenden. Noch hält Facebook in der Schweiz den ersten Platz, gefolgt von Instagram, LinkedIn, Pinterest, Snapchat, TikTok und Discord. Während Pinterest mit einem Marktanteil von 21 Prozent - das entspricht 1,4 Millionen Nutzern - Verluste hinnehmen muss, sind es vor allem Snapchat, TikTok und die Gaming-Plattform Discord, die von jungen Schweizerinnen und Schweizern genutzt werden.

2. Streamingdienste
Auch wenn Netflix mit 400´000 neuen Nutzern die 3 Millionen Marke geknackt hat, bleibt es dennoch hinter dem klassischen Fernsehen mit 5,9 Millionen Zuschauern zurück. Gleiches gilt für YouTube, wobei der Videokanal 4,5 Millionen Nutzer auf sich verbuchen kann und damit Netflix deutlich übertrifft. Das Schweizer Streaming-Angebot der SRG, Play Suisse, hat 1,1 Millionen und Disney+ 1,0 Millionen Zuschauer. Um Nutzer buhlen weitere Video-Anbieter wie Twitch, Sky, Amazon Prime, RTL+ sowie Apple TV Plus, die jedoch allesamt weit hinter YouTube und dem klassischen Fernsehen
zurückliegen.

3. Radio und Podcasts
Kaum zu glauben, aber auch die Radiosender freuen sich über 5,6 Millionen Hörer und liegen damit weit vor Podcasts mit 2,6 Millionen und Spotify mit 2,5 Millionen Nutzern. Das bedeutet, dass 87 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer Radio hören, während 40 Prozent Podcasts konsumieren und 39 Prozent Musik auf Spotify streamen.

Die Digitalisierung hat jedoch noch weitere Bereiche erobert. Das gilt zum Beispiel für die Nutzung
von Krypto-Währungen, und zwar hauptsächlich von Männern. In Zahlen ausgedrückt sind es knapp eine halbe Million fast ausschliesslich Männer oder 7 Prozent der Bevölkerung, die Krypto-Währungen nutzen. Wachstumssieger des IGEM-Digimonitors 2022 ist jedoch die Bezahl-App Twint, die 700´000 Nutzer dazu gewinnen konnte und nun einen Marktanteil von 3,4 Millionen Nutzern hat, was 53 Prozent der Bevölkerung entspricht.